Memorandum der Universitätsleitung

zu den Sammlungen der Humboldt-Universität zu Berlin

200 Jahre Berliner Universität, die im Jahr 2010 gefeiert wurden, bedeuten gleichermaßen 200 Jahre universitäre Sammlungen, sammlungsbezogene Forschung und Lehre. Wie wenige andere Hochschulen sieht sich die Humboldt-Universität in der glücklichen Lage, neben der Universitätsbibliothek und dem Archiv über zahlreiche, traditionsreiche und thematisch weit gefächerte Sammlungen zu verfügen. Große Namen sind mit ihnen verbunden, darunter die der Begründer und Namensgeber unserer Universität: Alexander und Wilhelm von Humboldt.

Schon vor Gründung der Universität befanden sich seit 1805 eine von Alexander von Humboldt gestiftete Sammlung seiner Amerikareise sowie die Mineraliensammlung der Berliner Bergakademie und die Giustinianische Gemäldesammlung im Prinz-Heinrich-Palais. Mit der Umwidmung zum Universitätsgebäude zogen mit den anatomischen Präparaten von Johann Gottlieb Walter, der chirurgischen Instrumentensammlung, dem „Zoologische Kabinett“ von Lichtenstein, dem Chemischen Laboratorium und der physikalischen Instrumentensammlung weitere große Sammlungen ein. Auf diese Weise legten die wissenschaftlichen Sammlungen das Fundament für Forschung und Lehre an der Universität.

Die Sammlungen sind dementsprechend von Beginn an eng mit der Geschichte der Humboldt-Universität verknüpft. Sie zählen zu ihrem unverzichtbaren kulturellen Erbe und spielen eine wichtige Rolle im universitären Leben. Sie sind ein einzigartiger Schatz, den es zu bewahren, zu pflegen, zu erschließen, zu erweitern und auszustellen gilt. Die Beschäftigung mit den Sammlungen und ihre Nutzung, insbesondere ihre wissenschaftliche sowie öffentliche Kommunikation, sind dazu angetan, das Bewusstsein für unsere Universität zu stärken, die Identifikation mit der eigenen Universität zu erhöhen, Wissen zu vermehren und Erkenntnisse zu gewinnen. Die Bedeutung der Sammlungen als Schnittstelle zwischen Universität und Öffentlichkeit führte im Laufe der Universitätsgeschichte zu bedeutsamen Museumsgründungen, darunter das Museum für Naturkunde, das Pathologische Museum, das Museum für Meereskunde, das Archäologische Museum und die Abgusssammlung.

Heute dienen zahlreiche große und kleine Ausstellungen in öffentlichen Museen und in Gebäuden unserer Universität dazu, die Sammlungen und ihre Rolle für Lehre und Forschung der Allgemeinheit zu präsentieren.

Die geisteswissenschaftlichen, naturwissenschaftlichen und technischen Sammlungen, ihre beweglichen und unbeweglichen Einzelstücke an Kulturdenkmalen sowie der Kunstbesitz zählen zum Vermögen der Universität. Das sich in Gebäuden und auf Freiflächen der Universität befindliche Kulturgut wird durch die jeweils zuständigen Struktureinheiten aufbewahrt und geschützt.

Die Universitätsleitung erkennt die Verantwortung an, die mit den Sammlungen einhergeht, und wird dafür Sorge tragen, dass die an der Humboldt-Universität vorhandenen Sammlungen auch in Zukunft ein integraler Bestandteil der Humboldt-Universität bleiben und eine stärkere Einbindung in den Forschungs- und Lehrbetrieb sowie bei der öffentlichen Vermittlung von Wissenschaft erfahren.

Berlin im Juni 2011