»Stimmen der Völker«

Das Berliner Lautarchiv

Die Möglichkeit, Schallereignisse reproduzierbar zu konservieren, eröffnete zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein neues Feld wissenschaftlicher Sammeltätigkeit, in deren Folge das Lautarchiv entstand. Wilhelm Doegen, Initiator dieser akustischen Sammlung, umriss 1914 in einem Antrag an das Kultusministerium den Bereich der Sammeltätigkeit als Sprache, Musik und Gesang sämtlicher Völker, deutsche Mundarten sowie Stimmen »großer Persönlichkeiten«. Aus diesem Antrag ging die »Kgl. Preuss. Phonographische Kommission« hervor. Die 1920 gegründete Lautabteilung an der Preußischen Staatsbibliothek erhielt neben den grammophonischen Aufnahmen dieser Kommission auch die von Doegen ab 1917 aufgebaute Sammlung mit Stimmen berühmter Persönlichkeiten. Die rege Aufnahmetätigkeit der Lautabteilung, die nun auch deutsche Mundarten umfasste, wurde nach ihrer Übertragung an die Friedrich-Wilhelms-Universität in den 30er Jahren bis 1944 fortgeführt. Diese Sammlung gehört heute zum Musikwissenschaftlichen Seminar der Humboldt-Universität.

Plakat, Wilhelm Doegen: Stimmen der Völker in Berlin

Plakat, Wilhelm Doegen: Stimmen der Völker in Berlin
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