Zoologische Lehrsammlung

Arbeitsgruppe für Vergleichende Zoologie

Insgesamt umfasst die 1884 von Franz Eilhard Schulze (1840-1921) angelegte Sammlung trotz zahlreicher Verluste heute über 30.000 Objekte: etwa 27.500 mikroskopische Präparate, 2.100 Flüssig- und Trockenpräparate, Skelette und Skelettteile, inklusive 56 Wachsmodelle und weitere aus Pappmaché, Gips und Plastik. Dazu gehören auch 26 Blaschkasche Glasmodelle von wirbellosen Tieren, die Präparatesammlung Hesse, 684 Insektenkästen aus verschiedenen Sammlungen, 31 Leuckartsche sowie 20 Pfurtschellersche Wandtafeln sowie 540 weitere Schautafeln.

Luisenstrasse 56/ Philllippstr. 13

Schulze, Franz Eilhard (Namen A-Z)

1884-04-01

Institut für Biologie/Biophysik (Institut)

Zoologische Lehrsammlung

Zoologische Lehrsammlung

Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Biologie, Philippstraße 13, 10115 Berlin

eigene Objektdatenbank, Wandtafeln und Mikropräparate in Kabinette des Wissens

1884-04-01

Verknüpfte Sammlungsobjekte:

Mit der Sammlung „Zoologische Lehrsammlung“ sind Documents 1123 Sammlungsobjekte verknüpft.

Ereignisse

1884 Übernahme

Überführung von Sammlungsmaterial aus der anatomisch-zootomischen Sammlung.

1884-04-01 Gründung

Gründung der Sammlung durch Franz Eilhard Schulze.

1884-0401- 1917-09-30 Direktion

Franz Eilhard Schulze wurde erster Direktor der Lehrsammlung und des Zoologischen Instituts.

1885-04-01- 1901 Kustos

Fritz Czeschka, Edler von Mährenthal (1857-1910), wurde nach einer kurzen Zeit als Assistent als Kustos tätig.

1886-02-19 Übernahme

Überführung von 20 Protozoen, 18 Spongien, 80 Coelenteraten, 47 Echinodermen, 43 Vermes, 34 Bryozoen, 280 Mollusken, 2 Brachiopoden, 4 Tunicaten, 18 Crustaceen, 31 Arachniden, 202 Insekten, 6 Fische, 9 Amphibien und Reptilien sowie 26 Vögel und 11 Säugetiere aus dem Zoologischen Museum.

Seit 1888 Neuzugänge

Die Sammlungen wurden durch anatomische Präparate, die zumeist im Institut selbst hergestellt wurden, erweitert. Hinzu kamen Schenkungen durch das Museum, Ankäufe (z.B. eine Plankton-Sammlung von Haeckel, von der Zoologischen Station in Neapel, von der Naturalienhandlung Linnaea in Berlin) und auswärtige Zuwendungen.

1888-04-01- 1888-04-15 Umzug

Umzug in das neue Institut in der Invalidenstr. 43, dem Westflügel des Museums für Naturkunde.

1906- 1936-03-31 Kustos

Die Stelle des Kustos erhielt Wilhelm Berndt (1878-1945), nun mit der Amtsbezeichnung Abteilungsvorsteher.

1918- 1924 Direktion

Schulzes Nachfolger wurde Karl Heider (1856-1935).

1926- 1935-03-31 Direktion

Richard Hesse (1868-1944).

1936-11-01 Kustos

Als Abteilungsvorsteher wurde zunächst kommissarisch Heinrich Jakob Feuerborn (1883-1979) ernannt, der in der Abwesenheit Seidels auch das Institut leitete.

1936-11-01- 1937-08-01 Direktion

zuerst kommissarische Leitung Friedrich Seidel (1897-1992).

1937-08-01- 1939 Direktion

dann definitiv Direktor Friedrich Seidel (1897-1992), der jedoch als Offizier der Wehrmacht ab August 1939 vom Institut abwesend war.

in der Nacht vom 1943-11-22- 1943-11-23 Kriegseinwirkungen

Nach einem schweren Bombenangriff brannte die Wirbeltiersammlung aus.

1945 Leitung

Die kommissarische Leitung wurde Konrad Herter (1891-1980) übertragen

1945 Austritt

Nach dem Ende des Krieges mußte Feuerborn als NSDAP-Mitglied aus dem Institut ausscheiden und auch Seidel konnte aus politischen Gründen seine beabsichtigte Rückkehr auf den Lehrstuhl nicht verwirklichen (Herter 1979).

1945 -01-27 Verlust

Der Verlust an Lehrmaterialien wurde mit 100 Skeletten, 500 Stopfpräparaten, 5 Wachsmodellserien, 200 Präparaten von Wirbellosen (Trockenobjekte) und 150 Unterrichtswandtafeln von Feuerborn verzeichnet.

1946- 1951 Leitung

Günter Tembrock (*1918) wurde kommissarisch (und ehrenamtlich) zum Abteilungsleiter bestellt .

1949- 1951 Direktion

Konrad Herter übernahm offiziell die Institutsdirektion.

1951 Leitung

Günter Tembrock übernahm die Geschäftsführung des Zoologischen Instituts der seit 1949 Humboldt-Universität genannten Berliner Universität. Seine Hauptarbeitsgebiete waren und sind vergleichende Verhaltensforschung und Bioakustik.

1958 Funktion

Das zoologische Ordinariat wurde mit dem Direktor des Instituts für Zoologie an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät Kurt Erdmann (1907-1980) wieder besetzt.

1959- 1968 Direktion

Kurt Erdmann wurde nun auch Direktor des Zoologischen Instituts.

1968 Leitung

Die Bestände wurden von Hans Georg Herbst (1920-1991) verwaltet, der als letzter Direktor des Instituts für Zoologie der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät in den Bereich Verhaltenswissenschaften gekommen war.

1968 Vereinigung

Teile der Sammlung des aufgelösten Instituts für Zoologie der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät wurden mit der Lehrsammlung des Zoologischen Instituts zusammengeführt.

1968- 1968 Vereinigung

Im Rahmen der 3. Hochschulreform in der DDR wurde das Zoologische Institut mit dem Institut für Zoologie der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät zum Bereich Verhaltenswissenschaften in der Sektion Biologie vereinigt.

1970 Verlust

Entscheidung des damaligen Sektionsleiters, die Sammlung zu verkleinern. In Folge dieser Maßnahme wurden Teile der Sammlung verschenkt, und viele Präparate sind verlorengegangen. Andere Teile der Lehrsammlung konnten von Mitarbeitern des Museums für Naturkunde dorthin überführt werden.

1990? Umbenennung

Nach den politischen Umwälzungen in der DDR erfolgte die Umbenennung in Institut für Verhaltensbiologie und Zoologie.

1994 Neugliederung

Eingliederung in das Institut für Biologie.

1995 Leitung

Mit der Berufung auf eine Professur für Vergleichende Zoologie wurde die Leitung der Lehrsammlung Gerhard Scholtz (* 1954) übertragen. Seit seinem Amtsantritt konnten in die Lehrsammlung eine Schädlingssammlung und als Geschenk des Tierparks Berlin Skelett-, Alkohol- und Balgmaterial aufgenommen werden.