Wissenschaftliche Sammlungen

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Sammlungen des Winckelmann-Instituts

Randfragment einer Schale, rotfigurig

Die Scherbe ist attisch und rotfigurig. Sie ist mit einer Engobe überzogen und glänzt daher matt. Sie ist schwarz bemalt und die schwarze Bemalung glänzt etwas stärker als der engobierte Tongrund. Die Scherbe ist innen und außen bemalt. Auf der Außenseite sieht man einen Teil der Henkelpalmetten-Verzierung. Das lässt darauf schließen, dass diese Scherbe aus der Henkelzone der Schale stammt. Eine der stilisierten Blüten ist auf der Scherbe fast vollständig zu sehen, nur der obere mittige Rand fehlt. Bei diesem Ornament laufen von einem halbrund gezeichneten Mittelpunkt vierzehn blütenblätter-artige Elemente strahlenförmig davon. Sie beginnen am Mittelpunkt relativ schmal und werden zu dem abgerundeten Ende hin breiter. Die mittleren Strahlen sind die Längsten. Am Mittelpunkt wurden die Strahlenlinien etwas übermalt. Von diesem Hauptelement auf der Scherbe laufen Linien vorbei, die in eingedrehten Kringeln enden. Ein Kringel grenzt rechts genau an das Mittelelement und der nächste läuft von dort weiter und kringelt sich genau in die andere Richtung. Schräg darunter findet sich noch ein weiterer Kringel. Die Innenseite der Scherbe ist so gut wie komplett schwarz bemalt. Am unteren äußeren Rand sieht man einen kleinen Teil vom Rand des Mittelbildes. Die äußerste ausgesparte Linie ist zu sehen, sowie ein verschwindend geringer Teil der Randverzierung. Es lässt auf eine Mäander-Verzierung schließen. Der Ton ist relativ fein gemagert, es sind keine Steineinschlüsse sichtbar. Er wurde mittelhart gebrannt. Die Tongrundfarbe ist nach Munsell 5 YR 5/6 „yellowish red“, die Farbe des Malschlickers ist schwarz, an einigen Stellen aber drückt der Tongrund etwas durch, dann ist die Farbe nach Munsell 5 YR 3/3 „dark reddish brown“. Die Scherbe ist bis auf einige kleine Abplatzungen am Rand und winzigen Beschädigungen an der Außenseite in einem guten Zustand.
- Tina Kupferschmidt

© Humboldt-Universität zu Berlin, Winckelmann-Institut, Felicia Kant

Detailangaben

Eintragstyp Plastische Objekte
ID 57639
Inventar-Nr. D 98/ 12
Dokumentation - P. Jacobsthal, Ornamente griechische Vasen (Berlin 1927), Vergleichsstück: Tafel 86c, 71b; - J. H. Oakley, The Phiale Painter (Mainz 1990), Vergleichsstücke: Tafel 127 und 128; - H. Bloesch, Formen attischer Schalen (Bern 1940).
Sachtitel Randfragment einer Schale, rotfigurig
Datierung ca. 440 – 425 v. Chr.
Herkunft Art der Erwerbung unbekannt
Beschriftung [handschriftlich mit schwarzer Tinte] 98/12
Beschriftungsort Bruchkante
Format Durchmesser: 26 cm, Höhe: 5,56 cm, Breite: 2,5 cm, Dicke: 0,4 – 4,9 cm
Land (historisch) Herkunft: Attika

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