Wissenschaftliche Sammlungen

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Sammlungen des Winckelmann-Instituts

Bodenfragment einer Kylix, rotfigurig

Es handelt sich um eine attisch rotfigurige Scherbe von einer Kylix. Im Allgemeinen ist zu sagen, dass die Scherbe stark versintert ist.
A. Außenseite: Die Außenseite ist stärker versintert, als die Innenseite. Die Bruchkante (BK) des Gefäßfußes hebt sich deutlich ab. Er hatte einen Durchmesser am Gefäß von 7 cm und eine Wandungsdicke von 0,5 cm. Innerhalb des Gefäßfußes ist ein roter Kreis um den Mittelpunkt. Es folgen ein schwarzer Kreis und ein roter Kreis konzentrisch um den Mittelpunkt. Der Rest der Außenseite wurde mit schwarzem Tonschlicker bemalt.
B. Innenseite: In dem durch zwei helle Streifen begrenzten Mittelpunkt ist ein Manteljüngling dargestellt. Sein rechter Arm scheint auf der linken Schulter abgelegt zu sein und ist vollständig vom Mantel umhüllt. Der Arm ist waagerecht vom Körper weggeführt. Seinen linken Arm, ebenfalls komplett vom Mantel verdeckt, führt er am Körper entlang. Die Figur ist im Profil angegeben und ihr Blick führt nach vorn. Die Gewandfalten sind mit schwarzem Tonschlicker angegeben und wurden zudem geritzt.
Sämtliche Bruchkanten sind so stark versintert, dass nur der helle Klang der Scherbe eine Aussage über den guten Brand fällen kann.
- Franziska Lehmann

Bei dem Fragment handelt es sich um das Bodenstück einer Schale. Die Abbruchspuren an der Außenseite weisen auf einen separat gearbeiteten und angesetzten niedrigen Standfuß oder –Ring hin. Die Oberfläche der Scherbe ist geglättet, schwarz gefirnisst und mit einem figürlich ausgestalteten Tondo versehen. Der Tondo zeigt, in rotfiguriger Technik einen sogenannten „Manteljüngling“ einen bartlosen Mann mit Mantel. Die Zeichnung ist flüchtig und wirkt eher ornamental, als organisch. Die Binnenzeichnungen sind geritzt. Die Farbe ist rotbraun (HUE 5YR 5/6). Der Tondo wird durch zwei 0,15 cm breite Bänder abgegrenzt. Auf den Streifen war vermutlich weiße Farbe aufgelegt. Innerhalb des Standringes auf der Außenseite ist ein 1,1 cm dicker umlaufender Streifen und ein zentraler Kreis in rotbrauner Engobe (HUE 2,5YR 5/6) aufgebracht. Der Rest ist zum Teil stark versintert. Der Ton ist fein geschlemmt und sehr hart gebrannt. Die Tonfarbe ist rot-orange (HUE 5YR6/6) und wurde mit mittelgroßen Zusätzen (Keramikgrust) gemagert. Aufgrund von Vergleichsstücken ist es wahrscheinlich, dass die Schale in Attika gefertigt wurde.
- N. Dors

© Humboldt-Universität zu Berlin, Winckelmann-Institut, Felicia Kant

Detailangaben

Eintragstyp Plastische Objekte
ID 57642
Inventar-Nr. D 1551/ 2
Dokumentation - E. F. van der Grinten, On the composition of the medallions in the interiors of Greek Black- and Red-figured Kylixes. Amsterdam (1966). - CVA Stuttgart, Bd. I, Taf. 28, 29. - CVA Wien, Kunsthistorisches Museum, Bd. I, Taf. 3. - H. Bloesch, Formen attischer Schalen. Von Exekias bis zum Ende des strengen Stils. Bern (1940) - W. Kraiker, Die rotfigurige attische Vase (Heidelberg 1976) 39, Taf. 27. - U. Paul Zinserling, Der Jena-Maler und sein Kreis (Mainz 1994) Taf. 15.2. - Die griechische Klassik. Idee oder Wirklichkeit (Ausstellung am Martin-Gropius-Bau, Berlin) S. 488 Kat.-Nr. 364, 366.
Sachtitel Bodenfragment einer Kylix
Datierung um 450 v. Chr., rotfigurig
Herkunft Art der Erwerbung: über Jutta Rubin (Jessen-Sammlung)
Beschriftung Klebeetikett: [handschriftlich mit Bleistift] D 1551/2
Beschriftungsort Außenseite nahe Standfuß
Format Durchmesser: 17,8 cm, Höhe: 8,45 cm, Breite: 7,9 cm, Dicke: 0,3 – 0,5 cm

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