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Porträtsammlung Berliner Hochschullehrer

Lithographie, Porträt, Rudolf Virchow (1)

Brustbild nach halblinks;
Virchow, vermutlich während des preußischen Verfassungskonflikts in der ersten Hälfte der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts. Dabei führte die von ihm mitgegründete liberale Fortschrittspartei eine Auseinandersetzung um das Recht des Preußischen Abgeordnetenhauses, den Wehretat beschließen zu dürfen. Dies war eine entscheidende Auseinandersetzung um die Macht in Preußen, welche die von Bismarck geführten Konservativen schließlich für sich entscheiden konnten. Gemäß dem Motto »Es gibt keine höhere Treue, als die gegen das Recht, und kein höheres Recht, als das der Wahrheit« gründete sich Virchows Selbstverständnis als Politiker auf den Anspruch der von ihm repräsentierten modernen Naturwissenschaft, einen privilegierten Zugang zu den auch für die menschliche Gesellschaft geltenden Naturgesetzen zu besitzen. Die naturwissenschaftliche Erkenntnis stellte damit einen Wahrheitsanspruch bereit, der gleichzeitig Grundlage für politisches Handeln liefern sollte. Mit diesem auf die Naturwissenschaft gegründeten liberalen Fortschrittsglauben wurde er allerdings im Kaiserreich immer mehr zu einer unzeitgemäßen Figur. (CG)

© Humboldt-Universität zu Berlin, Universitätsbibliothek

Detailangaben

Eintragstyp Bilddokumente
ID 6979
Sachtitel Rudolf Virchow
Hersteller F. Hecht (Lithograph)
Beschriftung a) F. Hecht. lith [gedr.] b) Berlin F. Sale & Co Unter d. Linden 51 [gedr.] c) Es gibt keine höhere Treue, als die gegen das Recht, und kein höheres Recht, als das der Mehrheit. R. Virchow; [3zeil. Autograf, hss.] d) Berlin Universitäts-Bibliothek [Stempel]
Beschriftungsort a) Bild u.r. b) Plattenrand u.M. c) Blattrand u.M. d) Rückseite M.
Format Blatt 35,4 x 46,7; Bild 30 x 25,4

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