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Sammlungen des Winckelmann-Instituts

Exlibris von Eduard Gerhard, 1868

Gerhards Exlibris ist ein kleiner programmatischer Kosmos seines Lebenswerks: Die von Baron Otto von Stackelberg gezeichnete Vignette stammt aus seinen römischen Jahren, wo er 1923 die »Hyperboräisch-römische Gesellschaft« gründete, ein Vorläufer des 1829 gegründeten Archäologischen Korrespondenzinstituts, aus dem später das Deutsche Archäologische Institut Rom hervorging. Der Greif, der einen Arimaspen niederwirft, steht für das sagenhafte Volk der Hyperboräer (jenseits des Nordwinds = Nordvolk), das den Kult des griechischen Gottes Apoll und dessen Schätze mit Hilfe der Greifen verteidigte und rettete. Die Idee entstand während des gemeinsamen Studiums der Publikation von Stackelberg über den Apollontempel von Phigalia (Bassai), wobei das "Nordvolk" mit den Deutschen gleichgesetzt wurde, die als Bewahrer der griechischen Antike nach Rom gekommen waren. Für den römischen Bezug spricht die Wölfin auf der anderen Seite deutlich genug. Der Greif hatte zusätzlich für Gerhard noch eine weitere Bedeutung, war er doch seit dem 17. Jahrhundert ebenfalls im Familienwappen vertreten, das außerdem das Exlibris schmückt. Der hyperboräische Greif ist noch heute das Symbol des Deutschen Archäologischen Instituts. (VS)

© Humboldt-Universität zu Berlin, Winckelmann-Institut; Barbara Herrenkind

Detailangaben

Eintragstyp Bilddokumente
ID 8625
Inventar-Nr. Inv.-Nr. A
Dokumentation Theater der Natur und Kunst. Theatrum naturae et artis. Ausstellungskatalog, hg. von Horst Bredekamp, Jochen Brüning und Cornelia Weber, Berlin 2000, S. 47-60
Sachtitel [Exlibris von Eduard Gerhard in.] Otto Jahn: Eduard Gerhard. Ein Lebensabriss
Datierung 1868
Herkunft 1851 stiftete Eduard Gerhard der Friedrich-Wilhelms-Universität, 100 Bücher und eine kleine Anzahl von Abgüssen antiker Bildwerke in der Absicht, die monumentale Archäologie als Universitätsfach mit einem »Lehrarpparat« zu begründen.
Hersteller Otto von Stackelberg

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